DSC03553 Haindorf klein
Kirche Markersdorf
Schneemann
Westbahnstraße
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Geschichte & Pfarre

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Die historischen Hintergründe der Markgemeinde Markersdorf-Haindorf

 Gemeindewappen Markersdorf-HaindorfDas Gemeindewappen von Markersdorf-Haindorf drückt eine Einheit in der Vielfalt dessen aus, was sich archivalisch aus der Geschichte dieser Gemeinde dokumentieren läßt. Das im Wappenschild zitierte Schwert, Waagebalken, Waageschalen symbolisieren die Justitia, die Gerichtsbarkeit, war doch Markersdorf im Hoch- und Spätmittelalter Sitz eines sehr weitreichend ausgereiften Landgerichtes, das dann im 16. Jahrhundert in viele kleine Landgerichtsprengel aufgesplittert wurde.

Der in weißer Farbe gehaltene, den Wappenschild teilende Streifen markiert einen Ost-West-Straßenzug: den alten Römerweg, die Limesstraße, von Pöchlarn nach St. Pölten führend, begangen und befahren bis ins späte Mittelalter, damals eine überaus wichtige Verkehrsader für den Viehtrieb, von Ungarn aus in die oberbayrischen Lande führend.

Markersdorf ist urkundlich erstmals im Jahre 1108 erwähnt. Haindorf wird um 1130 erstmals genannt. Bereits im 12. Jahrhundert lassen sich sowohl in Markersdorf wie auch in Haindorf Kirchenbauten nachweisen, in einer Zeit als auch der planmäßige Siedlungsbau erfolgt war. Die Gründer der Markersdorfer Kirche, deren romanische Grundmauern bei der 1979 durchgeführten Generalsanierung freigelegt werden konnten, kennen wir nicht.

Kirche MarkersdorfKirche MarkersdorfKirche Haindorf

Die Haindorfer Kirche entstand um 1100 als Gründung der Pernegger und wurde von jenen um 1130 mit beträchtlichem Ausstattungsgut an Göttweig geschenkt; die Seelsorge jedoch übte in der alten Mutterpfarre Hürm, dem Haindorf unterstand, das alte, von Passau aus begründete Kanonikerstift zum hl. Hippolyth zu St. Pölten aus. So war die Haindorfer Kirche Filiale des Stiftes St. Pölten; nach 1250, nach der Ausgliederung von der Mutterpfarre Hürm, wurde Haindorf eine eigene Pfarre, zu der Markersdorf, Nenndorf, Poppendorf, Wultendorf, Mitterau gehörten. Winkel, Mannersdorf, Mitterndorf unterstanden seelsorglich der Pfarre Hürm; Knetzersdorf der Pfarre Haunoldstein. 1757 wurde Winkel von der Pfarre Hürm, Knetzersdorf im September 1783 von der Pfarre Haunoldstein und schließlich Mitterndorf 1832 von der Pfarre Hürm und nach Haindorf eingepfarrt. Die Markersdorfer Martinskirche war bis zu den josephinischen Pfarr-Regulierungen Filialkirche von Haindorf; 1784 wurde sie zur selbständigen Pfarrkirche mit einem dort wirkenden Seelsorger erhoben.

Die Geschichte des 16. Jahrhunderts wird durch Konjunkturen und Krisen geprägt. Göttweig besaß ein vom Kaiser in Pacht gegebenes Mautregal, das in Markersdorf, durch das einst die vielbefahrene, sogenannte >>Ochsenstraße<< führte, zur Anwendung kam. In den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts wurde zwar im Markersdorfer Mauthaus eifrig Maut eingenommen, jedoch wurden dort nicht Beträge in jener Höhe eingenommen, um Straße, Brücke und Mauthaus zu erhalten, den angestellten Mautner zu bezahlen und die Pacht an die kaiserliche Hofkammer abführen zu können. So blieb die Markersdorfer Maut Jahr für Jahr für Göttweig ein Verlustgeschäft. Und als zuguterletzt die Anlage der von Kaiser Karl VI. genehmigten >>Reichsstraße<< erfolgte, die zum Unglück nicht mehr durch, sondern abseits des ortes ihren Verlauf nahm, war das Interesse an der Markersdorfer Maut seitens Göttweig restlos erschöpft und man verzichtete auf das Mautregal, das finanziell bei weitem weniger einbrachte, als die Aufwendungen ausmachten.

Die Unabhängigkeit von Grundherren und Boden, aber auch das rasche Aufblühen der Industrie in Tagen der Gründerzeit, vor allem der Textil- und Metallindustrie im Pielach- und Traisental, führten zu einer rasch ansteigenden Bevölkerungszunahme. Aus den verschiedenen Kronländern des alten österreichischen Reiches, vor allem aus Böhmen und Mähren, kamen sie zu Tausenden in diese Industrielandschaft, Wohlstand und Glück erwartend. Verknechtung durch die Maschine, Ausbeutung der Arbeitskraft, soziales Elend nahmen zusehends ihren Beginn.

Wirtschaftlichen Aufschwung nahm die Marktgemeinde in der Ära des "Tausendjährigen Reiches": 1938 wurde begonnen, auf einer Grundfläche von 640 Hektar eine Flugplatzanlage (Fliegerhorst Markersdorf) anzulegen. Viele Menschen aus der Gemeinde und der näheren Umgebung fanden dort nach Jahren von Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise eine Anstellung und konnten ihren Lebensunterhalt sichern.

20120829_0029.JPG (Foto, Gedenkstein Gemeindezusammenlegung)1970 wurden die politischen Gemeinden Markersdorf und Haindorf verwaltungsmäßig zusammengelegt, und seither als die Marktgemeinde Markersdorf-Haindorf geführt.

Nach der Zusammenlegung der politischen Gemeinden Markersdorf und Haindorf setzte sich langsam in der weiträumig aufgegliederten Gemeinde ein Konzentrationsprozeß durch. Eine für den Unterricht adäquate Schulhausanlage, Gemeindeverwaltungszentrum, Kindergarten, Kommassierung, Gesamtmelioration, Kanalisation, Wasserpumpanlage, Grundwidmungen für Einfamilienhäuser und anderes mehr sind Leistungen der jüngsten Vergangenheit.